Im Folgenden möchte ich Ihnen einen kleinen Überblick über die häufigsten Erkrankungen sowie Probleme im urologischen bzw. andrologischen Bereich ermöglichen. Bei Interesse klicken Sie bitte einfach auf eines dieser Themen:

Urologische Notfälle, Prostata-Erkrankungen, Prostata-Krebsvorsorge, Impotenz, Hormonmangel, Familienplanung, Kinderurologie, Harnverlust, Nierenerkrankungen, Harnwegsinfektionen, Harnsteine

Urologische Notfälle

Unter urologischen Notfällen versteht man unter Anderem folgende Krankheiten und Beschwerden:

  • Akute Harnverhaltung: Schmerzen im Unterbauch, Urinieren nicht möglich (Harnsperre), Harnabflussbehinderung unterhalb der Harnblase, diese wird überdehnt (–> Schmerzen). Ursachen können dabei sein: Gutartige Prostatavergrößerung, Harnröhrenenge, Prostatitis, Hoden – oder Hydatidentorsion, Harnröhrentumor, Fremdkörper, Steine, Bandscheibenvorfälle (Blasenlähmung). Akuttherapie durch Katheterismus, danach gezielt nach Ursache.
  • Anurie: Keine Harnproduktion. Plötzlicher Verlust der Nierenfunktion und Harnproduktion durch Schock, Entzündung oder Abflussbehinderung. Diagnose durch Urologen. Therapie je nach Ursache meist im Krankenhaus.
  • Nierenkolik: Akute, wellen- und kolikartige Schmerzen im Bereich einer Flanke / Unterbauch / Leiste, schmerzhafter Harndrang, u.U. blutiger Harn. Akut medikamentöse Schmerztherapie, urologische Abklärung, Therapie nach Ursache.
  • Blutiger Harn (Hämaturie): Schmerzhaft bei akuten Entzündungen (siehe HWI), Kolik bei Steinen und nach Verletzungen. Entsprechende Therapie nach Diagnosestellung. Schmerzlos bei Tumoren der Harnblase, Niere, Zystennieren, Medikamenten (Marcurmar, Sintrom), entzündlichen Erkrankungen der Niere.
  • Akute Schmerzen im Bereich des Hodensackes (Skrotum): Dies kann 2 verschiedene Ursachen haben, nämlich 1.) eine Entzündung des Hodens (Orchitis) bzw. Nebenhodens (Epididymitis) oder 2.) eine Hodentorsion: Verdrehung des Samenstranges und dadurch Unterbrechung der Blutversorgung eines Hodens. Operative Therapie innerhalb von 4-6 Stunden notwendig um Organverlust zu vermeiden.
  • Paraphimose („Spanischer Kragen“): Schmerzhafte Schwellung der Peniseichel nachdem eine zu enge Vorhaut zurückgezogen und nicht wieder nach vorne geschoben werden kann. Therapie: Repositionsversuch durch den Urologen, wenn nicht erfolgreich Operation.
  • Priapismus: Über mehrere (6 und mehr) Stunden andauernde schmerzhafte ungewollte Erektion

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Prostata-Erkrankungen

Die Vorsteherdrüse befindet sich zwischen der Harnblase und dem Beckenboden, umgibt die männliche Harnröhre und ist vom Mastdarm tastbar. Sie produziert Bestandteile der Ejakulation.

Benigne Prostatahyperplasie – gutartige Prostatavergrößerung

Symptome: Harnstrahlabschwächung, häufiger nächtlicher Harndrang, inkomplette Blasenentleerung = Restharnbildung, Reizblase = häufiger Harndrang.

Therapie:

  • Medikamentös: Mit Pflanzenextrakten, Rezeptorenblockern, Finasteriden.
  • Operativ: die klassische Operation durch die Harnröhre = Prostataresektion.
  • Alternativ: Mikrowellentherapie (rectal), Lasertherapie (OP durch Harnröhre)
Prostatakrebs = bösartige Prostatavergrößerung

Prostatakrebs ist die häufigste Krebserkrankung des Mannes. Die Prostatakrebs – Vorsorgeuntersuchung sollte ab dem 40. Lebensjahr 1 x jährlich beim Urologen durchgeführt werden. Prostatakrebs kann auch dann vorliegen, wenn der männliche Patient sich scheinbar beschwerdefrei fühlt.

Untersuchung:

  • fachärztlicher Tastbefund der Prostata
  • Prostatakrebs – Tumormarker = PSA = Blutwertkontrolle
  • Transrektaler Ultraschall der Prostata
  • Prostata – Biopsie = Prostata Gewebeuntersuchung
  • PCa3-Test (Urinuntersuchung in Speziallabor, allerdings Selbstkosten von 250 – 300 Euro)
  • Spezielles MRT der Prostata nach negativer Stanzbiopsie

Therapie:

  • radikale Prostatektomie = operative Entfernung der gesamten Prostata mit Samenblasen und Lymphknoten im Becken.
  • Brachytherapie
  • Radiatio (Strahlentherapie)
  • In ausgewählten Fällen HIFU (spezielle Ultraschalltherapie)
  • Totale Hormonblockade zur Ausschaltung des männlichen Hormons Testosteron durch 3 – monatige Depot – Injektionen und / oder tägliche Tabletteneinnahme
  • Testosteron – Hormonausschaltung durch operative Entfernung des hormonproduzierenden Hodenanteils
  • Watchfull waiting – beobachten des Verlaufs unter engmaschigen Kontrollen, um im Bedarfsfall in eine aktive Therapie auszuweichen
  • Chemotherapie
  • Mehrere neue unterstützende Therapien, die im Bedarfsfall eine deutliche Besserung des Allgemeinbefundes ermöglichen
Prostatitis = Prostataentzündung

Entzündung der Prostatadrüse durch Bakterien (z.B. Darmbakterien, Chlamydien, Gonokokken etc.) oder durch hohe Restharnmengen bei Prostatavergrößerung und Harnweginfektion oder mechanische Reizung oder Kälteexposition.

Formen:

  • akute Prostatitis
  • chronische Prostatitis = langwieriger Verlauf

Komplikationen: Prostata-Abszeßbildung oder zusätzliche Entzündung von Samenblase, Samenleiter , Hoden und Nebenhoden.

Symptome: Schmerzen beim Urinieren, Brennen der Harnröhre, Schmerzen am Damm, häufiger Harndrang, eventuell Fieber, Harnweginfekte, Ejakulationsschmerzen.

Therapie: Hochdosierte Antibiotikagaben und entzündungshemmende Maßnahmen. Nur ausnahmsweise operativ bei Prostata – Abszeßbildung.

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Prostata-Krebsvorsorge

PSA (Prostata – Spezifisches – Antigen) ist ein Eiweißstoff welcher ausschließlich von der Prostata (somit nur beim Mann) gebildet, ins Blut abgegeben wird und hier nachgewiesen werden kann.

Warum ist der PSA – Wert so wichtig?

Weil eine Veränderungen des PSA-Wertes (überdurchschnittliche Erhöhung und niedriger freier Anteil) ein Hinweis für Prostatakrebs sein kann.

Gibt es einen Grenzwert?

Genau genommen nein, aber es gibt Richtwerte, die als Alarmsignal fungieren, und eine Abklärung beim erfahrenen Facharzt für Urologie erfordern, der durch eine zusätzliche Tastuntersuchung und eine Ultraschalluntersuchung über den Mastdarm eine genauere Beurteilung vornehmen kann.

Wie erfolgt die PSA – Wert Bestimmung?

In einem spezialisiertem Labor für Blutproben.

Was wird bestimmt?

Gesamt – PSA und freies – PSA, wodurch die Aussagegenauigkeit erhöht wird.

Alle Männer ab 45 Jahren (bei positiver Familienanamnese: d.h.: Karzinomnachweis bei Bruder, Vater etc. bereits ab 40 Jahren) sollten eine Prostatakrebsvorsorgeuntersuchung 1 x im Jahr durchführen lassen, besuchen sie dazu ihren Urologen.

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Impotenz

Folgende Begriffe sind in diesem Zusammenhang gebräuchlich:

  • Potenz: Die Fähigkeit einen Geschlechtsakt auszuführen
  • Impotentia generandi: Das Unvermögen Nachkommen zu zeugen
  • Impotentia coeundi: Das Unvermögen, eine für den Geschlechtsakt ausreichend feste oder ausreichend lang andauernde Versteifung des Gliedes zu erreichen.
  • Libido: Lust auf geschlechtliche Betätigung
  • Aphrodisiaka: Mittel, die die Lust (Libido) und , oder die Potenz steigern
  • Erektion: Versteifung des Gliedes
  • Ejaculatio präcox: Vorzeitiger Samenerguss

Unter Impotenz versteht man landläufig die Unfähigkeit einen Geschlechtsverkehr auszuführen. Die Ursachen hierfür sind mannigfaltig. So sind psychiatrische Störungen, wie Depression und Neurosen oder neurologische Erkrankungen wie Multiple Sklerose und Wirbelsäulenverletzungen die Ursache für den Verlust der Potenz.

Ebenso können Operationen im unteren Bauchraum als da sind Rectumcarzinomoperation oder die Entfernung der gesamten Prostata bei Prostatakrebs Impotenz zur Folge haben. Des weiteren wissen wir, dass einige Medikamente wie Psychopharmaka, Hochdruckmedikamente oder Substanzen die in das hormonelle Gleichgewicht eingreifen eine ausreichende Versteifung des Gliedes verhindern können.

Vor allem aber sind Durchblutungsstörungen und Verlust der körperlichen Fitness, auch durch schwere Erkrankungen, Bewegungsarmut und Mangelernährung Risikofaktoren für die Potenz. Auch sexuelle Enthaltsamkeit kann zu einer Verminderung der Erektionsfähigkeit führen.

Merke: Erektionen sind gut für Erektionen. – „Use it or loose it“

In der Zeit der Erektion werden im Glied Umbauvorgänge in Gang gesetzt, die die nachfolgende Versteifung begünstigen. Im schlaffen Zustand werden diese Umbauvorgänge rückgängig gemacht.

Erst in den letzten beiden Jahrzehnten konnte die Medizin durch genauere Kenntnis der biochemischen Abläufe im Körper, wirksame und relativ preiswerte Medikamente auf den Markt bringen.

Heute kann der Urologe auf eine große Palette von Hilfsmitteln wie Vakuumpumpe oder Erektionsringe sowie Medikamente von Cialis, Levitra, Viagra, Spedra, Sildenafil (z.B. bei pulmonaler Hypertonie), Vivanza, Skat und MUSE über SKAT (Schwellkörper Autoinjekions – Therapie) bis zur Hormontherapie zurückgreifen und die für den jeweiligen Patienten passende Therapie bestimmen.

Mechanische Hilfsmittel – Vakuumpumpe und Erektionsring – haben sich in Europa im Gegensatz zu Amerika und Asien nicht durchgesetzt, obwohl sie im einschlägigen Sexartikelhandel leicht zu beschaffen sind.

Auch Penisprothesen, das sind im weiteren Sinne Kunststoffballons, die sich bei Bedarf mit Flüssigkeit füllen lassen, und damit eine Erektion vortäuschen und vom Urologen an Stelle der Schwellkörper des Gliedes eingepflanzt werden, wurden von den Österreichern nur in geringem Ausmaß akzeptiert.

Bei der Skat – Therapie wird mit einer Diabetiker – Spritze die eine haardünne Nadel besitzt ein Medikament in den Schwellkörper an der Peniswurzel injiziert. Diese Injektionstechnik ist unter Anleitung des Urologen für den Patienten leicht erlernbar und erfreut sich noch immer einer hohen Akzeptanz.

Vor etlichen Jahren kam Viagra (inzwischen auch Levitra und Cialis) auf den Markt. Die Substanz in dieser Tablette war eigentlich als Herzmedikament gedacht, das helfen sollte verengte Herzkranzgefäße zu erweitern. In Kombination aber mit den wichtigsten Herzgefäßerweiternden Substanzen, den Nitriten (z.B. Nitroglycerin) können sich die Wirkungen dieser Medikamente so verstärken, dass auch alle anderen Blutgefäße weit werden. Dies kann zu Kreislaufstörungen führen. Nach entsprechender Beratung und Aufklärung ist die Akzeptanz hoch und die Gefahr einer Komplikation fast Null.

Uprima und Ixense, Medikamente auf Apomorphin Basis (das sind trotz des irreführenden Namens keine Morphium – Präparate) sind nun nach einigen Jahren wieder vom Markt genommen worden, da die Indikationsstellung und der Bedarf zu gering waren.

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Hormonmangel

Folgende Begriffe sind in diesem Zusammenhang gebräuchlich:

  • Testosteron: männliches Sexualhormon
  • Östrogen: weibliches Sexualhormon
  • DHEAS: Androgen in der Nebenniere gebildet
  • STH: Wachstumshormon
  • Osteodensidometrie: Knochendichtemessung
  • Erektionsstörung: Probleme mit der Steifigkeit des männlichen Gliedes

Symptome: Libidoschwäche (sex. Interesse nimmt ab) Nachlassen der Belastbarkeit, Beruf, Sport, Depressive Stimmung Abgeschlagenheit, Reizbarkeit zunehmende Probleme mit der Erektion, Abnehmende Muskelmasse, Körperbehaarung Hautveränderungen, Schlafstörungen, Schweißausbrüche
Osteoporose: Abnahme der Knochendichte

Die Testosteronproduktion (auch DHEAS und STH) nimmt ab dem 45. Lebensjahr ab. Etwa 20% der Männer über 60 Jahren dürften an Testosteronmangelzuständen (wie beschrieben) leiden.

Diagnose: Bestimmung der Blutwerte von Testosteron, Östrogen, LH, TSH, Prolaktin, DHEAS und PSA gemeinsam mit einer organisch-urologischen Untersuchung (ANDROCHECK) beim Urologen.

Therapie: Bei Bedarf kontrollierter Hormonersatz jedoch unter ärztlicher Aufsicht, da nicht nur gutartige Zellen zum schnelleren Wachstum angeregt werden. Reichlich Bewegung und eine gesunde Ernährung fördern die Vitalität.

Unser Ziel: Fit sein und Fit bleiben! (keine überflüssigen oder gar gefährlichen Hormongaben!)

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Familienplanung

Unerfüllter Kinderwunsch

Ursachen: Die Ursache für das Ausbleiben des Kindersegens liegt in zunehmenden Fällen beim Mann (bis 50%). Hodenentzündungen bei Mumps, fehlendes Tiefertreten des Hodens in den Hodensack, angeborene Fehlbildungen, Krampfadern am Hoden (Varikocele), Stress, Umwelteinflüsse und Ernährung werden dafür verantwortlich gemacht. Manchmal liegt auch ein zu früh durchgeführter Eingriff (Vasektomie) vor.

Diagnose: Untersuchung der Samenflüssigkeit, klinische US, Ultraschall, Erheben eines Hormonspiegels, ev. Chromosomenanalysen.

Therapie: Medikamentös gibt es kaum Hilfe, spezielle Eiweißpräparate, Akupunktur, Vermeiden von erhöhter Körpertemperatur (Sauna, heiße Bäder), etc. können in einzelnen Fällen Besserung und Erfolg bringen, ansonsten wird in Zusammenarbeit mit Kinderwunschzentren die künstliche Befruchtung angeboten.

Im Falle einer Vasektomie kann in vielen Fällen eine VAS-VAS (also ein Zusammenführen der durchtrennten Samenleiter) durchgeführt werden. Die Rekanalisierungschancen hängen vom zeitlichen Abstand der zuvor durchgeführten Vasektomie ab. Leider kann aber eine erneute Durchgängigkeit nicht sicher garantiert werden und bei einem erfolgreichen Eingriff (Samenzellen wieder im Ejakulat) kann aufgrund einer verminderten Beweglichkeit (durch Antikörperbildung) eine Schwangerschaft auf natürlichem Weg trotzdem ausbleiben.

Dauerhafte Empfängnisverhütung beim Mann

Samenleiterunterbindung / Vasektomie: ein kleiner, ambulant durchzuführender Eingriff , meist in lokaler Betäubung, führt zu einer lebenslangen Unterbrechung der Zeugungsfähigkeit des Mannes. Das Sexualempfinden des Mannes (Erektion, Ejakulation und Orgasmus) bleibt dabei unverändert.

Vorgangsweise: Ein kleiner Schnitt nach vorheriger örtlicher Betäubung genügt, um den Samenleiter zu fassen, und ganz isoliert zu durchtrennen. Anschließend werden beide Enden verödet und mit einem Faden (selbstauflösend) unterbunden. Nach Verlegung in verschiedenen Schichten braucht nur noch eine Hautnaht gesetzt werden.

Anschließend: Sport oder schwere körperliche Arbeit sollten einige Tage gemieden werden, um das Risiko einer Entzündung oder Blutung zu minimieren. Ein gelegentliches Ziehen in den Leisten verschwindet nach einigen Tagen von selbst. In der Regel sind keine weiteren Komlpikationen zu erwarten.

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Kinderurologie

Die Abklärung und Behandlung von Erkrankungen des Harn- und Geschlechtstraktes im Kindesalter obliegt dem Urologen. Im Gegensatz zur allgemeinen Erwartung können hier eine Vielzahl an Erkrankungen angetroffen werden, die eine Vorsorge sinnvoll machen.

Einige behandlungsbedürftige Erkrankungen:

  • wiederholte Harnweginfekte (Reflux , Harnröhrenenge, etc.)
  • Bettnässen (Enuresis nocturna)
  • Hodenhochstand (Ektoper Hoden)
  • Vorhautenge (Phimose)
  • Wasserbruch (sog. offener Processus vaginalis)
  • Plötzliche Verdrehung des Hodens (Torsion !)
  • Wilms-Tumor (nur beim Kind vorkommender Nierentumor)
  • Entzündungen von Nieren, Blase, Harnröhre, Hoden u. Vorhaut)
  • Angeborene Fehlbildungen (z.B. Hypospadie)

Diagnose: Viele der Erkrankungen können schon bei einer klinischen Untersuchung durch den Kinderarzt festgestellt werden (von dort erfolgt dann die Überweisung zum Urologen), einige davon jedoch nur mittels spezieller Untersuchungen, wobei die ständige Verbesserung des Ultraschalles eine deutliche Erleichterung bringt. (Ausschluss von Nierentumoren, Refluxdiagnostik, Fehlbildungen wie Hydronephrotische Sack- und Schrumpfnieren, Doppelnieren mit hydronephrotischem Anteil etc.) Leider ist die Sonographie im Mutter-Kind-Pass nicht inkludiert.

Therapie: Neben viel Aufklärungsarbeit und konservativen (medikamentösen) Therapien kommen auch standardisierte operative Vorgehensweisen (Phimose, Hodenhochstand, Torsion, Wasserbruch, Tumore etc.) je nach Bedarf zum Einsatz.

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Harnverlust

Die Zahl der an ungewolltem Harnverlust leidenden Personen in Österreich liegt bei etwa 800.000! Dabei gibt es jedoch verschiedene Arten der Inkontinenz, die auch ganz unterschiedlich therapiert werden müssen:

Stressinkontinenz

Ungewollter Harnverlust beim Husten, Niesen, Heben, Sport etc. ohne Harndrang. Mehrheitlich sind Frauen betroffen, aber auch Männer nach radikaler Prostataoperation.

Therapie: Beckenbodentraining, östrogenhaltige Salben und Zäpfchen, sowie eine operative Therapie kommen in Frage. Hier ist ein vernünftiges Abwägen von Intensität, Alter, und sonstigen Begleiterscheinungen unbedingt notwendig.

Urgeinkontinenz

Unfreiwilliger Harnabgang mit starkem nicht unterdrückbarem Drang. Vor allem im höheren Alter sowie bei neurologischen Erkrankungen und Querschnittpatienten.

Therapie: spez. Blasentraining, Medikamente, Elektrostimulation der Blasennerven

Überlaufinkontinenz

Harnverlust bei übervoller Blase. Kommt vor bei Harnröhrenverengungen, Prostataerkrankungen etc. Dabei kann es auch zu einer Lähmung des Blasenmuskels mit ausbleibender Erholung kommen.

Therapie: Katheterismus, Ursachenbeseitigung, Medikamente

Enuresis noct.

Nächtliches Einnässen bei Kindern, eine Abklärung sollte ab dem 5. Lebensjahr erfolgen. Meist fehlt noch die nächtliche Harnreduktion, oder die Blasenkapazität ist zu gering.

Therapie: Medikamentös oder auch Akupunktur (mit Laser)

Hier finden sie nur eine grobe und sehr vereinfachte Übersicht zu dem komplexen Thema des Harnverlustes, dementsprechend sind auch die therapeutischen Möglichkeiten vielseitig. Es empfiehlt sich in jedem Fall eine abklärende Untersuchung beim Urologen, um für sie die beste Lösung zu finden.

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Nierenerkrankungen

Die paarweise angelegten Nieren haben die Aufgabe aus dem Blut nicht mehr benötigte Substanzen zu filtern und den Flüssigkeitshaushalt zu regulieren. Erkrankungen haben folgende Symptome:

  • Schmerzen im Nierenbereich/unklare Kreuzschmerzen
  • Blut im Harn (sichtbar oder nur im Teststreifen erkennbar)
  • Eiweiß im Harn
  • hoher Blutdruck
  • Wasseransammlung im Körper
  • Übelriechender Harn, missfärbig oder trüb
Missbildungen

Verengung des Harnleiterabgangs (Ureterabgangsstenose), vollständiges Fehlen einer Niere (Aplasie), schlecht entwickelte Nieren (Hypoplasie), Nierencysten, Cystennieren, Hufeisennieren

Therapie: Häufig nur Beobachtung, bei Bedarf chirurgische Intervention.

Entzündungen

Nierenentzündungen (Glomerulonephritis, Nephritis), Abszesse oder Nierenbeckenentzündungen (Harnweginfektionen)

Therapie: Meist antibiotische Therapie, nur selten chir. Eingriff

Tumore

Angiomyolipome (gutartig), Onkocytome (semimaligne), Nierenzellcarcinom (bösartig=maligne)

Therapie: Meist müssen Tumore chirurgisch entfernt werden, wobei eine rechtzeitige Operation fast zu 100% Heilung verspricht. Dabei wird man, je nach Größe und Lage des Tumors, die Niere zu erhalten versuchen, häufig muss aber auch die ganze Niere entfernt werden.

Nierensteine

Entstehen häufig durch zu wenig Flüssigkeitszufuhr, nur selten sind Stoffwechselerkrankungen dafür verantwortlich. Sie können unterschiedliche Zusammensetzungen haben, was für die Therapie von Bedeutung ist.

Gefahr: Neben heftigsten Koliken können Steine in Begleitung eines Infektes rasch zur lebensbedrohlichen Sepsis (Blutvergiftung) führen.

Therapie: Manche Steine können medikamentös aufgelöst , viele müssen jedoch operativ entfernt bzw. zertrümmert (ESWL, PNL, Laser, Ultraschall oder Elektrohydraulisch) werden.

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Harnweginfektionen

Harnweginfektionen sind die häufigsten Entzündungen von Organsystemen im menschlichen Körper. Betroffen sind Niere, Blase, Harnröhre, beim Mann zusätzlich Prostata und Nebenhoden/Hoden.

Nierenbeckenentzündung (Pyelonephritis)

Man unterscheidet akute und chronische Formen, Frauen sind etwa 3 mal so haüfig betroffen wie Männer, Begünstigend wirken: z. B. Fehlbildungen im Harntrakt, Steine, Harnstauung, Diabetes, Gicht, Schwangerschaft, Blasenentleerungsstörung und Einnahme von Schmerzmitteln.

Symptome: Im akuten Stadium finden wir Fieber, Schüttelfrost, Flankenschmerz, Erbrechen, Krankheitsgefühl. Eher symptomarm zeigt sich der chronische Verlauf mit Appetitlosigkeit, Kopfschmerz, Blässe, subfebrilen Temperaturen (leichtes Fieber)

Therapie: Bettruhe, Antibiotika, viel Flüssigkeit, nicht selten ist eine stationäre Behandlung nötig.

Verlauf: rechtzeitige Behandlung im akuten Stadium führt meist zur Heilung, bei chron. Verlauf und unzureichender Therapie kann sich eine Schrumpfniere entwickeln.

Blasenentzündung

Hierbei ist die Schleimhaut oder auch die ganze Blasenwand beteiligt. Auch hier sind Frauen häufiger betroffen.

Symptome: Druck im Unterbauch, Brennen beim Harnlassen, häufiger Harndrang, nicht selten Blut im Harn sichtbar.

Therapie: Antibiotika (längere Zeit), Wärme lokal, viel Flüssigkeit, Immunisierung wenn möglich und nötig.

Harnröhrenentzündung

Symptome: Brennen beim Harnlassen, ev. Ausfluss

Diagnose: Harnuntersuchung, ev. Abstrich (Nachweis von Geschlechtskrankheit), Ausschluss einer Harnröhrenverengung

Therapie: Antibiotika

Entzündung Hoden / Nebenhoden

Symptome: schmerzhafte entzündliche Schwellung des Nebenhodens, Leistenschmerz, Fieber, Hautrötung

Diagnose: Harnlabor, Klinik (Symptome), Ultraschall

Therapie: Antibiotika, Schmerzmittel, Bettruhe und Hoden hoch lagern.

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Harnsteine

Harnsteine können in der Niere, im Harnleiter, in der Blase und in der Harnröhre vorkommen. Je nach chem. Zusammensetzung können Kalziumoxalat-, Phosphat-, Harnsäure-, Zystin- und Xanthin- sowie Mischsteine voneinander unterschieden werden.

Entstehung: Ausfall von Kristallen im Harn durch zu wenig Flüssigkeitszufuhr und dadurch konzentriertem Harn. Zudem können Bakterien, Stoffwechselerkrankungen oder anatomische Veränderungen (z.B. Harnleiterabgangsenge) als Ursache in Frage kommen.

Gefahr: Durch die Harnabflussstörung kann es zu einem Harnrückstau mit Entzündung und Schädigung der Nieren (ja bis zum Nierenverlust) kommen.

Symptome: Plötzlich auftretende krampfartige Schmerzen in der Flanke (Koliken), ausstrahlend in die Geschlechtsorgane und Oberschenkelinnenseiten, mitunter begleitet von einem zwingenden Harndrang. Fieber und Schüttelfrost deuten auf eine gefährliche Entzündung mit Gefahr der Urosepsis hin.

Diagnose: Klinik (Symptome), Harnbefund und Ultraschall weisen häufig den richtigen Weg. Im Zweifelsfall bzw. zur Diagnosesicherung werden ein Nierenröntgen, zuletzt zunehmend ein Nativ-CT (Computertomographie ohne Kontrastmittel) eingesetzt.

Therapie:

  • Konservativ: Schmerzfreiheit und wenig Flüssigkeit stehen im Vordergrund bei kleinen abgangsfähigen Steinen.
  • Schlinge / Lithotrypsie: Bei tiefsitzenden größeren Steinen können diese durch eine Zertrümmerung und Entfernung mit der Schlinge therapiert werden.
  • ESWL / PNL: Steine in der Niere werden je nach Größe von außen mittels Ultraschall (ESWL) zertrümmert (hier müssen die einzelnen Fragmente jedoch selbständig über den Harnleiter abgehen), oder über einen kleinen Zugang mittels Endoskop zertrümmert und entfernt (PNL).
  • Splint / Nephrostomie: Bei heftiger Stauung mit oder ohne Infektion muss gelegentlich auch eine Ableitung über den Harnleiter (Splint), oder eine Nierenpunktion (Nephrostomie) zur Entlastung durchgeführt werden.

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